Ein Stadtbezirk fast ohne Streit

Neue Westfälische, 12.01.2015

SPD lädt zu Neujahrsempfang in Dornberg: Gut 80 Gäste freuten sich auf ein neues, harmonisches Jahr

Dornberg. In Dornberg ist alles etwas anders: Hier lädt traditionell die SPD zum Neujahrsempfang – und feiert mit Vereinen, Feuerwehr und Politikerkollegen das neue Jahr. Ein Jahr, in dem vor Dornberg vergleichsweise kleine Hürden liegen. „So richtige Knallerthemen sehe ich nicht“, sagt Frauke Viehmeister (SPD), die neue Bezirksbürgermeisterin.

Da Knallerthemen in diesen Jahren meist etwas mit dem Wort Sparen zu tun haben, ist der Satz für Dornberg positiv zu verstehen. Die Probleme, die es gibt, sind tendenziell kleinerer Natur: mehr Radwege wären klasse, ein paar Lückenschlüsse in der Bebauung werden diskutiert und über die unendliche Baugeschichte der Fachhochschule wird tendenziell gefrotzelt – aber so richtig harten Streit (à la Grundschul-Schließungsdebatte) gibt es derzeit nicht.

Landtagsabgeordneter Georg Fortmeier (SPD) ahnt, dass bald vielleicht um eine Handvoll Windräder nahe der Biogasanlage diskutiert werden könnte, aber erst einmal müsse die Prüfung abgeschlossen werden. Da die Flächen nicht in der Nähe einer Bebauung lägen, fragt Fortmeier, positiv gestimmt: „Warum also nicht da?“ Viehmeister würde gerne die Bürger einbinden, „schön wäre, wenn wir sie über Anteile beteiligen könnten“.

2016 dann dürfte in Dornberg der Bau der relativ kurzen Verlängerung der Uni-Stadtbahnlinie 4 beginnen, hier ist laut Fortmeier bereits alles festgezurrt.

Dornbergs SPD-Chef, Ulrich Windhager, wünscht sich für Dornberg „eine Verbesserung des Busverkehrs und dass es bei dem guten Brauch bleibt, Dinge mit breiten Mehrheiten zu beschließen“. Ein Seitenhieb auch auf das Rathaus, wo Monate nach der Wahl noch immer keine Polit-Partnerschaften zu erkennen sind. Noch ein Seitenhieb von Windhager: „An der Fachhochschule haben sich wohl einige Leute verhoben.“ Apropos heben: Nach den Reden hoben Politiker, Vereinsmitglieder und Feuerwehrleute die Sektgläser auf ihren Stadtbezirk – 80 Mal hieß es „Prost“.